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Auch in der Krise sind wir für Sie da!

Aktuelles zur Arbeit der Familienbildungsstätten im Bistum Trier

Familienbildungsstätten sind auch während Corona für die Menschen da

Webinare, Übungsblätter und ein offenes Ohr

Saarbrücken – Die Familienbildungsstätten (FBS) im Saarland haben unter den strengen Einschränkungen während der Corona-Krise viele ihrer Angebote stoppen müssen. Doch sie haben dabei auch neue Möglichkeiten entdeckt, wie die Leiterinnen der vier FBSen im Saarland berichten:

„Die FBS Neunkirchen war seit Beginn der Krise stark auf Instagram und Facebook unterwegs“, erzählt Leiterin Anne Schmidt. Mehrmals täglich posteten sie Gesundheitstipps, wichtige Hilfe-Telefonnummern für Familien und Seniorinnen und Senioren oder Bastelangebote. „Es gab auch Brief- und Telefonaktionen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unserer Senioren-Akademie.“ Als Träger von zwei freiwilligen Ganztagesschulangeboten ist die FBS Neunkirchen außerdem in der Notfallbetreuung tätig gewesen. Mittlerweile finden auch wieder Kurse unter Beachtung der Hygienekonzepte statt.

Die FBS Saarlouis hat während der Corona-Pandemie viele Online-Kurse angeboten, wie Carina Müller berichtet: „Im Rahmen der Elternschule war das gut möglich und ist auch sehr gut von jungen Eltern angenommen worden.“ Daneben fanden Yoga-Onlinekurse für Erwachsene statt und Angebote für Klein- und Schulkinder. „Wir haben außerdem ein umfangreiches Ferienprogramm im Rahmen der jetzigen Möglichkeiten erarbeitet. Dazu kooperieren wir auch mit den Dekanaten Wadgassen und Saarlouis sowie der Pfarreiengemeinschaft Überherrn.“

In Merzig hat die FBS ebenfalls Kurse online angeboten: „Wir haben bereits kurz nach Beginn der Krise die ersten kostenfreien Webinare für Familien angeboten, die sehr erfolgreich waren“, sagt Sabrina Maas vom Haus der Familie Merzig. Die Webinare liefen so gut, dass sie sich mittlerweile zu einem festen und ergänzenden Kursangebot etabliert haben. Teilnehmerinnen und Teilnehmer anderer Kurse wurden regelmäßig mit Übungsblättern und Anregungen versorgt. Auch die Referentinnen und Referenten erhielten von der FBS Informationen, beispielsweise zu finanziellen Hilfen. „Unser Büro war immer besetzt, um für alle Anliegen erreichbar zu sein. Wir haben viele persönliche Gespräche mit Referentinnen und Referenten geführt. Zukunfts- und Existenzängste waren ein großes Thema“, erzählt Maas.

In Saarbrücken hat die FBS ein besonderes Angebot für Kinder entwickelt: „Die FBS möchte besonders Familien unterstützen und den Kindern abwechslungsreiche Ideen als Beschäftigung für zu Hause geben. So entstand die FBS-Wundertüte, die wöchentlich neu beim Fensterverkauf abgeholt werden kann. Sie ist für Kinder von 1 bis 6 Jahren geeignet“, erläutert Leiterin Nina Andres. Ihnen sei es besonders wichtig, für die Menschen da zu sein, betont sie. „Bei allen Themen rund um die Familie, Kursanfragen oder auch persönlichen Anliegen können sich Teilnehmer telefonisch oder per Mail an die FBS wenden. Bei pädagogischen Fragen, Erziehungstipps oder Ideen für die Alltagsgestaltung und Basteltipps ist die Mitarbeiterin des Eltern-Kind-Bereichs Ansprechpartnerin.“ Auch in Saarbrücken finden seit Ende Mai unter Berücksichtigung alles Hygiene- und Abstandsregelungen wieder Kurse statt.

Mehr Informationen gibt es unter: www.fbs-nk.de; www.fbs-saarlouis.de; www.haus-der-familie-merzig.de; www.fbs-saarbruecken.de

(Pressestelle Bistum Trier - dh)

Katholische Familienbildungsstätte in Koblenz trotzt Corona

In Kontakt bleiben

Koblenz – „Es tut so gut, in diesen schwierigen Zeiten solche ‚Lichtblicke‘ zu erhalten“, „Alles ist so mit Herz bedacht“ oder „Ich gratuliere zu den originellen Ideen wie Marillenknödel mit dem Weihbischof, die etwas Abwechslung in langweilige Zeiten bringen“. So lauten einige Rückmeldungen, die Felicitas Flöthner und ihr Team der katholischen Familienbildungsstätte (FBS) in Koblenz in den vergangenen Tagen erhalten haben.

Die Corona-Beschränkungen brachten auch das Programm der 15 Familienbildungsstätten im Bistum Trier gehörig durcheinander, denn sie leben vom direkten Austausch und Miteinander. In Koblenz stellten sich die Angestellten rund um die Leiterin Felicitas Flöthner sowie zahlreiche freiwillig Engagierte vom ersten Tag an auf die neue Situation ein. „Wir haben eine unbürokratische Hilfe in kurzer Zeit auf die Beine gestellt“, blickt sie durchaus zufrieden auf die vergangenen Wochen.

Einige Angebote wie Eltern-Kind-Kurse oder Koch-Events wurden kurzerhand ins Digitale übertragen. Das Equipment und das Know-How bei den Angestellten waren bereits vorhanden. Beim „Musikgarten“ singen Eltern mit ihren Kindern vor dem Laptop und die Kursleiterin ist über eine Kamera mit ihnen verbunden. Bei „Mein Leibgericht“ kochen Persönlichkeiten aus der Politik und der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters gemeinsam mit anderen, aber eben als Webinar. „Es ist anders, aber für alle gewinnbringend“, lautet das Urteil der Leiterin. Die Resonanz für die kostenfreien Online-Angebote war hoch und es konnten sogar neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewonnen werden.

Daneben gab es auch analoge Angebote. So packte die FBS gemeinsam mit Ehrenamtlichen Senioren- und Familien-Tüten mit aufmunternden Geschichten bzw. Spielideen. „Dafür wurden 250 Steine individuell bemalt“, betont Flöthner, „und zwar von freiwillig Engagierten, die sich eigentlich für Einkaufsdienste bei der Stadt gemeldet hatten“. Die Helfer-Datei, die die Stadt Koblenz aufgebaut hat, erfasst knapp 500 Personen. Auch eine Ehrenamtliche äußerte sich positiv: „Das Steine-Bemalen vor ein paar Wochen war richtig schön und ich hoffe, dass die beschenkten Menschen sich daran erfreuen konnten“.

In den ersten Familien-Tüten ging es in erster Linie um Aktivitäten, die im Haus durchgeführt werden können. Rezepte und Bastelideen sorgten für Beschäftigung und Freude daheim. Das Material zum Basteln wurde überwiegend von ortsansässigen Firmen gespendet. „In der zweiten Tüten-Runde sind eher motivierende Sachen, um wieder rauszugehen und zu experimentieren“, erzählt die Leiterin. Insgesamt wurden in Koblenz auf diese Weise 120, und in der Außenstelle der FBS in Bendorf nochmals 100 Familien-Tüten verteilt.

Analog waren auch die Verwaltungsangestellten unterwegs, als sie alle über-65-Jährigen aus der hauseigenen Kartei anriefen. „Es ging uns darum, in Kontakt zu bleiben. Das habe viel Zeit in Anspruch genommen, „aber es war eine wichtige und wertvolle Zeit“.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhielten viel Lob dafür, dass sich die kirchliche Einrichtung um die Sorgen und Nöte der Menschen vor Ort kümmert. Der ein oder andere bedauerte jedoch, von seiner Heimatpfarrei kaum etwas in dieser Art oder Weise gehört zu haben.

Im Hinblick auf die weiteren Angebote und Kurse sowie auf ein mögliches Ferienprogramm, das auch von Kooperationspartnern wie Bund und Land unterstützt wird, sagt Felicitas Flöthner:  „Wir starten wieder nach und nach. Wir schauen, was wieder anlaufen kann unter den derzeitigen Bestimmungen“.

Die Familienbildungsstätten im Bistum Trier sind für die Menschen vor Ort da. „Trotz der Schließung war man nicht untätig. Sie zeigen Solidarität und leben aktiv diakonische Kirche. Für Familien da sein, sich ihnen verpflichtet wissen, ist eine ureigene christliche Aufgabe, die die Mitarbeitenden gerne erfüllen“, schildert die Referentin für Familienbildung im Bistum, Anke Jakobs-Rohles, die Situation. „Dennoch – die aktuelle Situation betrifft auch die wirtschaftliche Existenz der Einrichtungen“.

Weitere Informationen zum Angebot der FBS in Koblenz gibt es auf www.fbs-koblenz.de oder unter Tel.: 0261-35679.

Pressestelle Bistum Trier - Julia Fröder

Existenznöte trotz größter Kreativität

In der herausfordernden Zeit der Coronakrise sind Familienbildungsstätten im Bistum Trier trotz aller Einschränkungen für die Menschen da. Viele kreative Ideen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt, um über die Distanz hinweg Kontakte zu halten. In Rheinland-Pfalz allerdings gibt es finanzielle Sorgen. Der in „normalen Zeiten“ so rege Publikumsverkehr fehlt derzeit (noch) in den katholischen Familienbildungsstätten (FBS) im Bistum Trier. Kurse und Veranstaltungen finden wegen der Corona-Pandemie nicht wie gewohnt statt. Dennoch haben Leitungen und Mitarbeiter der 15 Einrichtungen durchaus genügend zu tun – auch, nachdem Quartalsabrechnungen gemacht und Reinigungs- und Verschönerungsmaßnahmen erledigt waren.

„Sie sind vor besondere Herausforderungen gestellt und mussten sehr kreativ sein“, schildert Anke Jakobs-Rohles, Referentin für Familienbildung im Bischöflichen Generalvikariat Trier, die Lage. Einerseits sei der Publikumsverkehr zwar lange untersagt gewesen und erst eingeschränkt wieder möglich, andererseits benötigten die Menschen gerade in einer solch schwierigen Zeit Unterstützung. Diese anzubieten, die Kontakte zu den Teilnehmenden, aber auch zu Mitarbeitern und besonders den oft langjährigen Honorarkräften zu pflegen und quasi „nebenbei“ die neuen Programme zu planen, waren und sind Aufgaben dieser Tage.

Von der Notfallbetreuung bis zum Gebetsnetzwerk

Besonderes Augenmerk richteten die Bildungsstätten auf Familien, die vom Shutdown mit am heftigsten getroffen sind. Hier galt und gilt es, Eltern zu unterstützten und den Kindern abwechslungsreiche Ideen für sinnvolle, anregende Beschäftigung zuhause zur Verfügung zu stellen. Eine Notfallbetreuung für Kinder von Eltern, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, hat darüber hinaus die FBS Koblenz an allen Grundschulen der Stadt organisiert. Derzeit werde dort geprüft, ob diese Betreuung in den Ferien fortgesetzt werden soll, informiert FBS-Leiterin Felicitas Flöthner. Darüber hinaus besteht via Videochat und Telefon eine Fernunterstützung für die Erledigung von Hausaufgaben. Tutorials mit Bastelangeboten sowie Tipps und Anregungen zu den verschiedensten Themen von Kochen über Nähen bis hin zu sportlichen Aktivitäten werden ebenfalls zur Verfügung gestellt.

„Auch die älteren Teilnehmenden sind nicht vergessen“, betont Flöthner und berichtet von der aktiven Kontaktaufnahme zu dieser Personengruppe, um Unterstützungsbedarfe abzufragen. So werden beispielsweise Einsätze von freiwilligen Helfern für Einkäufe oder das Gassigehen mit dem Hund vermittelt. Wer sich einsam fühlt oder einfach mal mit jemandem sprechen möchte, ist zu Gesprächen mit den Mitarbeitern der Bildungsstätten eingeladen und jederzeit willkommen.

„Wir gehen mit dem um, was gerade passiert“

Für Senioren sei es meist schwierig, soziale Netzwerke zu nutzen, spricht Iris Emmerich, Leiterin der FBS in Mayen, eine Schwierigkeit an, die besonders im ländlichen Raum bestehe. Daher seien bereits zu Ostern und jetzt wieder für Pfingsten besondere Grüße an Senioren gestaltet und verteilt worden (der „Paulinus“ berichtete). „Die Resonanz war sehr groß. Alle haben sich gefreut“, sagt Iris Emmerich.

Ein Gebetsnetzwerk hat die FBS Simmern gegründet. Meditation, Gebetszeiten und der virtuelle Kontakt mit den Teilnehmenden wird begleitet von den Referentinnen des Fachbereichs Gewaltfreie Kommunikation, stellt Leiterin Kornelia Farber dar. Die FBS Trier bietet nach Information von Leiterin Brunhilde Werner Elternsprechstunden, Trauerbegleitung und die Begleitung des Lebenscafés an – nicht wie üblich in der persönlichen Begegnung, sondern telefonisch. Und die „Remise“ in Trier-Ehrang versorgt ihre „Kunden“ mit Sportclips, informiert Leiterin Brunhilde Steinmetz.

„Vor allem bei Gruppen, die über einen längeren Zeitraum bestehen, herrscht eine große Verbundenheit zwischen den Teilnehmenden, aber auch zu Referenten und Mitarbeitenden“, weiß Bistumsreferentin Jakobs-Rohles. Diese Kontakte werden auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen von Telefon über E-Mails bis zu sozialen Medien aufrecht erhalten. Und auch die „gute alte“ Tradition des Briefeschreibens kommt gerade mancherorts verstärkt zur Geltung: „Über 1000 Briefe haben wir in drei Aktionen an die Teilnehmenden unserer Senioren-Akademie geschickt – und viele Rückmeldungen erhalten“, berichtet Anne Schmidt, Leiterin der FBS im saarländischen Neunkirchen. Besonders für ältere Menschen bedeute es einen herben Verlust, dass die Veranstaltungen nicht stattfinden. „Wer sonst zwei- bis dreimal pro Woche zu Yoga, Bridge oder politischem Gesprächskreis in die Bildungsstätte kommt, dem fehlen jetzt natürlich Austausch und Begegnung.“ 

Wie geht es jetzt bei zunehmender Lockerung der allgemeinen Einschränkungen in den Familienbildungsstätten weiter? Gerade sitze sie am Rundschreiben an die Referentinnen und Referenten, dass der Start von Kursen ab 8. Juni möglich sei, informiert Schmidt. „Da die Kursleiter und viele der Teilnehmer zur Risikogruppe gehören, fragen wir natürlich erst ab, wer denn unter all den Vorga-ben zur Wiederaufnahme der Angebote bereit ist.“ Dafür seien noch Vorbereitungen notwendig.„Wir gehen mit dem um, was gerade passiert“, schildert Schmidt einen gewissen Fatalismus, unter dem sie und die Kolleginnen und Kollegen arbeiten.

In der Krise den Nutzen sozialer Medien entdeckt

„Es ist aber absolut kein verzweifelter Fatalismus“, betont die Leiterin und beschreibt begeistert die Aktivitäten in den sozialen Medien Facebook und Instagram: Seit dem Shutdown nutze sie diese, um Kontakte zu Teilnehmenden zu pflegen und online Tipps und Informationen weiterzugeben. „Ich bin 58 und hätte nie gedacht, dass mich das noch interessieren wird“, gesteht Anne Schmidt. Inzwischen aber habe sie den Nutzen dieser sozialen Medien entdeckt. Die täglichen Posts seien völlig selbstverständlich geworden. Zusammen mit Kolleginnen denke sie inzwischen daran, Youtube-Filme etwa zu Ernährungsthemen zu drehen und ins Netz zu stellen. Darüber könnten fehlende Kursangebote kompensiert werden.

„Kein Rettungsschirm ist für uns praktikabel“

„Wir haben natürlich das große Glück, uns keine finanziellen Sorgen machen zu müssen“, spricht die saarländische FBS-Leiterin ein Thema an, zu dem es im Nachbarland anders aussieht: Das Bildungs-ministerium des Saarlandes habe früh in der Krise die Zusage gegeben, dass die in diesem Jahr erbrachten Unterrichtstunden nicht für die Bemessung der Zuwendungen zu den Personalkosten herangezogen werden, erläutert Nina Andres, Vertreterin der saarländischen Familienbildungsstätten in der Landesarbeitsgemeinschaft.

Ihr rheinland-pfälzischer Kollege Nils Zimmermann, zugleich Geschäftsführender Leiter der Fa-milienbildungsstätten im Kreis Neuwied, betont dagegen: „Keiner der Rettungsschirme des Landes oder des Bundes ist für unsere Ein-richtungen praktikabel, da sie die Zahlungsunfähigkeit der Einrichtung voraussetzen.“ Somit seien einzelne der als eingetragene Vereine strukturierten Bildungsstätten, trotz aller Kreativität und Einsatzbereitschaft, in ihrer Existenz gefährdet. Zusätzliche Finanzmittel seien also dringend nötig. Es müssten auch unbürokratische Lösungen für diese Übergangszeit gefunden werden, die sich am Fördervolumen des Vorjahres orientieren. Nur so sei es möglich, dass Quantität und Qualität der Angebote in den Familienbildungsstätten auf Dauer erhalten bleiben können.“

 

Die Corona-Maßnahmen gehen auch ins Geld

Noch habe sie keine Existenzsorgen, da in den vergangenen Jahren Rücklagen gebildet werden konnten, stellt FBS-Leiterin Iris Emmerich aus Mayen dar. Trotzdem stellt auch sie sich die Frage, wo das Geld herkommen soll, mit dem der Verein seine künftige Arbeit finanzieren soll. „Ja, digitale Kursangebote kön-nen beim Land abgerechnet werden. Bei uns im ländlichen Raum sind die aber nicht die Lösung.“ Zu gering sei die Zahl der Menschen, die solche Angebote nutzen wollen und können. Kurse wie Yoga im Freien oder Musik für Eltern mit kleinen Kindern dagegen werden gerne in Anspruch genommen. Dennoch bringen sie kaum Einnahmen, weil aufgrund der Corona-Vorgaben nur kleine Gruppen teilnehmen können. Außerdem gehe die Umsetzung notwendiger Maßnahmen wie das Bereitstellen von Spuckschutz und Desinfektionsmitteln zusätzlich ins Geld.Ob nach den Sommerferien wieder ein Normalbetrieb vorstellbar ist? Dazu schwanken die Einschätzungen zwischen Skepsis und Optimismus. „Wir wollen mit unserem Hauptprogramm dann wieder starten und hoffen sehr, dass das auch möglich sein wird. Bis dahin arbeiten wir an einem Rahmenkonzept, in dem die Veranstaltungen gut und sicher für alle stattfinden können“, so Iris Emmerich. Dennoch stehe für sie jetzt schon klar und deutlich fest, dass „dieses Jahr finanziell für die Tonne ist“.

fbs/Christine Cüppers - Paulinus - Wochenzeitung im Bistum Trier

Familienbildungsstätten suchen kreative Lösungen – Existenz der Vereine bedroht

Auch in der Krise für Familien da sein

Trier – Still und leer: Ein ganz und gar ungewohntes Bild bietet sich derzeit in der Familienbildungsstätte (FBS) Remise im Stadtteil Trier-Ehrang. Wo normalerweise Babys vor Freude quietschend über den Boden krabbeln, Kleinkinder mit Klanghölzchen oder Trommeln erste musikalische Gehversuche wagen, wo Männer und Frauen zu House-Beats ihre Körper zum Schwitzen bringen oder in Kreativkursen ihre Fertigkeiten mit Tusche oder Pinsel verbessern, herrscht seit der Corona-Krise Ausnahmezustand. Brunhilde Steinmetz, Leiterin der Remise, sitzt in Ermangelung von Büroräumen derzeit im Werkraum – die vorgeschriebenen Abstandregelungen zu ihren fest angestellten Mitarbeiterinnen könnte sie an der Rezeption nicht einhalten. „Als es Mitte März hieß, die Schulen und Kitas schließen, waren wir kurz in einer kleinen Schockstarre, aber dann mussten wir schnelle Entscheidungen treffen“, erzählt sie.

Gemeinsam mit dem Vorstand des eingetragenen Vereins wurde beschlossen, die Remise zu schließen, zunächst für zwei Wochen. Dass es noch viele weitere werden sollten, ahnte da noch niemand. Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer wurden angeschrieben, Telefonate mit den selbstständigen Honorarkräften geführt – dann stand das Team vor der Frage, wie es nun weitergehen sollte. „Was müssen wir ausfallen lassen, was können wir vielleicht digital anbieten, wie geht es finanziell weiter, wenn so viele bezuschussungsfähige Veranstaltungen wegfallen? All dies galt es zu organisieren“, berichtet Steinmetz. Vor allem das vielfältige Angebot an Sportkursen für alle Altersklassen ließ sich gut digital umstellen: Inzwischen ist das Team stolz darauf, von montags bis donnerstags jeden Abend einen Sportclip anzubieten – von Physiopilates bis zum „Traumkörper-Training“, der dann am heimischen Bildschirm abgerufen und mitgeturnt werden kann. Auch Elterninformationsveranstaltungen wurden per Videokonferenz abgehalten. Doch die Größe der Räume in der Remise stellt Steinmetz auch nach den Lockerungen des Landes vor große Probleme: In unseren Saal kann ich vielleicht zehn Leute plus Kursleitung lassen, bei manchen Angeboten auch nur sechs. Es ist kaum möglich, so wirtschaftlich zu arbeiten.“

Persönliche Begegnung zwischen den Menschen aller Altersstufen

Ähnlich wie Steinmetz geht es auch Brunhilde Werner, Leiterin der Familienbildungsstätte Trier. „Die Familienbildungsstätten leben ja gerade von der persönlichen Begegnung zwischen den Menschen aller Altersstufen. Das tut schon etwas weh, wenn das wegfällt“, bedauert sie. Am gleichen Wochenende wie die Remise schloss auch die FBS in Trier ihre Pforten. Als sich die Lage zuspitzte, ließ Werner für ihre Mitarbeiterinnen Homeoffice einrichten – „ein nicht zu unterschätzender finanzieller Aufwand für einen Verein wie die FBS“, wie sie betont. „Dann mussten wir kreativ werden und schauen, was wir noch anbieten können und wie wir für das nächste Halbjahr planen können. Ein wichtiges Ziel war für uns, unseren Kunden zu zeigen, dass wir immer noch für sie da sind, dass der Kontakt nicht abbricht wegen der Pandemie.“ So wurden etwa telefonische Elternsprechstunden angeboten, und auch die immer sehr gut angenommenen Trauergespräche für Angehörige wurden per Telefon geführt. „Vier Ehrenamtliche haben die Teilnehmer des „Lebenscafés“ auf diese Art betreut – und das hat vielen sehr gut getan, wie sie uns rückgemeldet haben“, sagt Werner.              

Trotzdem sei dies kein adäquater Ersatz für den persönlichen – auch physischen – Kontakt, gerade für ältere Menschen in Trauer. „Man darf nicht unterschätzen, wie wichtig es ist, einander die Hand zu geben, sich kurz berühren oder gegenseitig in den Arm nehmen zu können“, betont Werner. Auch die anderen Kursleitungen schickten „kleine Lebenszeichen“ an ihre kleinen und großen Teilnehmer: Etwa ein kurzes Lied, rhythmisch begleitet von Küchenutensilien zum Nachmachen für zu Hause oder eine Unterhaltungstüte mit Rätseln, Geschichten und Bastelmaterialien mit dem Aufruf an die Kinder, Regenbögen zu basteln und diese an die FBS zurückzusenden. Die farbenfrohen Regenbögen zieren inzwischen als Zeichen der Hoffnung die Fensterscheiben der Einrichtung. „Es hat etwas mit der Wertschätzung für die Menschen zu tun, die zu uns kommen. Dass man nicht einfach nur sagt: Das sind zahlende Kunden – und nicht mehr. Wir wollten zeigen, dass sie uns am Herzen liegen, dass wir sie nicht vergessen“, sagt Werner. So wurde auch ein wöchentliches Videotreffen für Alleinerziehende durchgeführt und einige Kurse digital angeboten. Während der letzte Ferienspaß für Schulkinder ebenfalls ausfallen musste, hat das Team für den Sommer einen Plan ausgetüftelt, wie die Ferienzeit-Betreuung trotzdem gelingen kann – inklusive Abstands- und Hygienevorschriften. „Gerade alleinerziehende und voll berufstätige Eltern entlastet das Angebot, bei dem es jetzt drei feste Gruppen geben soll. Dafür musste Werner jedoch zusätzliches Betreuungspersonal einstellen – das „uns locker 2.000 Euro mehr kostet, die wir nicht auf die Eltern umlegen wollen“, wie Werner berichtet.

Finanzielle Sorgen

Zu dem hohen Planungs- und Organisationsaufwand kommen für die Familienbildungsstätten also auch finanzielle Sorgen, vor allem für jene im rheinland-pfälzischen Teil des Bistums, wie Anke Jakobs-Rohles erklärt. Die Referentin für die Familienbildungsstätten im Bistum Trier erläutert: Normalerweise bemessen sich die Bezuschussungen für Kurse und andere Angebote nach den erbrachten Leistungen des vergangenen Jahres. Wenn 2020 also rund ein Drittel der Veranstaltungen und Angebote wegfällt, werden diese eben nicht in die Zuschüsse des Landes für 2021 eingerechnet.“ Zwar gebe es Rücklagen und die Einsatzbereitschaft aller, Angebote umzustellen und kreative Lösungen zu finden sei hoch, trotzdem gefährde die Krise die Existenz der Familienbildungsstätten als eingetragene Vereine. Genau wie sie wünscht sich auch Nils Zimmermann, Vertreter der rheinland-pfälzischen Familienbildungsstätten in der Landesarbeitsgemeinschaft andere Signale vom Land: „Keiner der Rettungsschirme des Landes oder des Bundes ist für unsere Einrichtungen praktikabel, da sie die Zahlungsunfähigkeit der Einrichtungen voraussetzen“, so Zimmermann. Wünschenswert wäre eine unbürokratische Lösung wie im Saarland, wo die Bildungsministerin früh in der Krise die Zusage gab, dass die in diesem Jahr erbrachten Unterrichtsstunden nicht für die Bemessung der Zuwendungen zu den Personalkosten herangezogen werden.

Trotz aller Sorgen um Finanzen und Angebotsstruktur blicken die beiden Leiterinnen der Trierer Familienbildungsstätten positiv in die Zukunft. „Aus der Krise können wir auch Positives mitnehmen“, sagt Steinmetz. „Es hat mich gerührt, dass sich viele unserer Kunden solidarisch gezeigt haben und ihre Beiträge für Kurse nicht zurückverlangt haben, sondern gespendet haben, sodass wir unsere freien Honorarkräfte bezahlen konnten, die ja auch von etwas leben müssen. Das bedeutet ja auch, dass sich die Leute mit uns verbunden fühlen, sich bei uns zuhause fühlen.“

Pressestelle Bistum Trier - Simone Bastreri