Unser Leitbild

Die Katholischen Familienbildungsstätten im Bistum Trier sind Einrichtungen, die sich auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes den Familien und ihren besonderen Aufgaben in unserer Gesellschaft widmen. Die 15 Familienbildungsstätten sind selbständige Einrichtungen in Trägerschaft eines jeweils eigenen eingetragenen gemeinnützigen Vereins. Als Teil des pastoralen Gesamtangebots der katholischen Kirche werden sie vom Bistum ideell und materiell unterstützt. Als staatlich anerkannte Träger der Familienbildung handeln sie zugleich im öffentlichen Auftrag nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz.

1. Grundlage unserer Arbeit

Grundlage unserer Arbeit ist das christliche Menschenbild: jeder Mensch ist ein geliebtes Kind Gottes, mit einzigartiger Persönlichkeit und eigener Würde. Niemand braucht den eigenen Wert und seine Würde durch bestimmte Leistungen zu verdienen, sondern sie sind mit dem Menschsein untrennbar verbunden.

Jeder Mensch ist gekennzeichnet durch ganz persönliche Talente, Begabungen, Fähigkeiten und  Eigenschaften, die ihn von allen anderen Menschen unterscheiden. Mit diesen Eigenschaften ist ein jeweils eigener, unersetzbarer Auftrag verbunden: die eigenen Talente zu entfalten und im Dienst der Mitmenschen und der Gemeinschaft fruchtbar zu machen.

Aus dieser Sicht des Menschen folgen Werte wie Respekt, Toleranz, Solidarität, die als Grundlagen des Zusammenlebens der Menschen unverzichtbar sind.

Spezifisch christliche Werte wie Glaube, Hoffnung und Liebe geben dem Menschenbild eine zusätzliche Prägung: wir gehen nicht allein durch das Leben, sondern wissen immer auch Gott an unserer Seite. Auch in schwierigen Augenblicken und Umständen des Lebens schöpfen gläubige Menschen Hoffnung und neue Kraft, sie geben im Vertrauen auf Gott nicht auf. Und den Nächsten zu lieben, erfahren wir nicht zuerst als Last und Pflicht, sondern als Quelle von Freude und Erfüllung. Die Worte Jesu im Evangelium, etwa in den Seligpreisungen oder über die Werke der Barmherzigkeit, über Vergeben und Dienen, sind für uns maßgebliche Konkretisierungen von Nächstenliebe in ihren vielfältigen Ausdrucksformen.

Diese Sicht des Menschen und dessen, was im Leben wichtig ist, trägt unsere Arbeit. Unsere Angebote stehen dabei allen Menschen ohne Unterschied offen.

2. Lebensraum Familie

Von diesem Menschenbild aus schauen wir auf den Lebensraum Familie und auf die vielfältigen Aufgaben, die sich der Familie in unserer Gesellschaft stellen.

Die klassische Familiensituation mit Vater, Mutter und Kind(ern) als andauernder Lebensgemeinschaft  ist weiterhin der Regelfall.  Ehe und Familie besitzen als Keimzellen der menschlichen Gesellschaft einen besonderen Stellenwert, stehen unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes und stellen aus der Sicht der Kirche das ursprüngliche Familienmodell dar. Zunehmend leben Menschen heute auch in anderen familiären Konstellationen, die keine geringeren Anforderungen und Aufgaben in den Beziehungen mit sich bringen – eher im Gegenteil.

Wir sind Bildungseinrichtungen für Familien und möchten allen in ihrem Familien-Sein zur Seite stehen. Familien sind Orte des Zusammenlebens der Generationen, der Geborgenheit und des Rückhalts, der Glaubensweitergabe und der Entwicklung von Persönlichkeit, Bindung und Beziehung. Wie dies alles unter den komplexen Rahmenbedingungen der Gegenwart praktisch gelebt werden kann, ist der zentrale Inhalt unserer Arbeit und bestimmt unsere Angebote. Dabei begleiten und unterstützen wir die unterschiedlichen Familienformen, wie sie sich aktuell in der Gesellschaft zeigen.

Wir richten uns damit an Menschen verschiedenster Altersgruppen, Nationalitäten und Religionen.

3. Bildungsangebote

Unsere Angebote sind Bildungsangebote. Bildung bedeutet für uns, den Menschen in seiner Gesamtheit zu fördern, ihm Fähigkeiten, Kenntnisse und Erfahrungen zu vermitteln, die zu einem gelingenden Leben beitragen. Gelingendes Leben bedeutet dabei mehr, als Schwierigkeiten zu meistern und auf äußere Herausforderungen richtig zu reagieren – es bedeutet ausgehend vom christlichen Menschenbild, alle Kräfte und Talente zur Entfaltung zu bringen, die in jedem Menschen und in der Familie angelegt sind.

Bildung heute ist daher weniger die Vermittlung von einzelnen fachlichen Qualifikationen, sondern zunehmend Persönlichkeitsbildung und –entwicklung. Bildung hilft, in der Vielfalt und Unübersehbarkeit der Möglichkeiten und in den ständigen Veränderungen und Umbrüchen die eigene Beurteilungs-, Entscheidungs- und Gestaltungskompetenz zu entwickeln und auszubauen.

Wir wenden uns an Familien insgesamt, aber auch an jedes einzelne Familienmitglied in seiner jeweiligen Lebensphase. Beratung, Begleitung und Unterstützung richten sich in besonderer Weise auf das Wohl der Kinder. Wir erweitern unsere Programme durch Kooperationen und suchen die Präsenz im Sozialraum, auch außerhalb unserer Häuser.

4. Orte der Begegnung

Wir verstehen uns als Orte der Begegnung. Gemeinschaft, Gemeinsamkeit und Vertrauen wachsen auf der Grundlage von gegenseitigem Kennen- und Schätzenlernen. Wir schaffen aktiv eine offene, einladende Atmosphäre und damit einen Raum, in dem sich Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechtes, verschiedener Konfession und Herkunft begegnen, voneinander und miteinander lernen und das Zusammenleben gestalten. Wir möchten die uns wichtigen menschlichen und christlichen Werte gerade im alltäglichen Umgang leben und so in unseren Häusern erlebbar machen.

5. Qualität

Wir legen Wert auf die Qualität unserer Arbeit und unserer Angebote. Professionalität und Wirtschaftlichkeit unserer Arbeit sind wichtige Garanten für ihre Nachhaltigkeit. Wir arbeiten nach anerkannten und zertifizierten pädagogischen Grundsätzen. Wir betreiben mit hohem Anspruch ein eigens entwickeltes Qualitätsmanagement. Wir achten auf die fachliche wie auf die sozial-menschliche Kompetenz unserer Referentinnen und Referenten. Vielfalt und Aktualität unserer Angebote sind uns wichtig, um unserem Auftrag zu genügen.
Wir verpflichten uns zur Implementierung und kontinuierlichen Weiterentwicklung von Maßnahmen, die Kinder und Jugendliche vor jeglicher seelischen, körperlichen und/oder sexuellen Gewalt schützen. Aufeinander abgestimmte Strukturen und ineinandergreifende Interventionen ermöglichen ein rasches und kontrolliertes Vorgehen bei Verdacht oder Vorfall. Dabei steht das Recht des Einzelnen – ob Opfer oder Täter, an höchster Stelle. Eine Kultur der Achtsamkeit unterstützt diese Vorgehensweisen und schlägt sich in der christlichen Haltung der Mitarbeitenden und Referenten(innen) der Katholischen Familienbildungsstätten nieder.

6. Gesellschaftliche Rolle

Wir sehen unsere gesellschaftliche Rolle zum einen in der Vernetzung mit anderen kirchlichen Einrichtungen, im kollegialen Austausch und in der Kooperation mit anderen Einrichtungen und öffentlichen Institutionen. Zudem bringen wir unsere konkreten Erfahrungen und Beobachtungen in die gesellschaftliche Diskussion über familienbezogene Themen ein. Wir verstehen uns insofern als Anwälte der Familien.

7. Kern des Selbstverständnis

Die vorstehenden Punkte beschreiben den gemeinsamen Kern des Selbstverständnisses der 15 Katholischen Familienbildungsstätten im Bistum Trier. Jede einzelne Familienbildungsstätte hat ihre eigene Geschichte und setzt auf dieser Grundlage eigene Schwerpunkte und Akzente, die den Notwendigkeiten und Bedürfnissen im jeweiligen Lebensraum entsprechen.